Geschichte (n)
Chronik eines Familienbetriebes
Zahlen und Fakten in einem kurzen Überblick
Die Anfänge der Brennerei
Unser freundlicher, durch den Garagenbau bereits bekannte Grenzsteinnachbar hatte zu seinem Grundstück ein Wegerecht über ein Privatgrundstück. Durch die Umlegung wurde seine Flurnummer aus Versehen uns zugeschrieben, er bekam eine andere. Ich hatte jetzt die Flurnummer mit dem Wegerecht, das heißt er hatte plötzlich keine Zufahrt zu seinem Grundstück mehr. Auf Bitten von Bürgermeister Eismann und dem zweiten Bürgermeister Körber wurde das Problem gelöst, da der Wegerechtgeber kein Interesse hatte, dieses Recht mit der neuen Flurnummer neu eintragen zu lassen. Und ich hatte keinen Nutzen von dem Wegerecht. So verzichtete ich auf das Wegerecht zugunsten des Grenzsteinnachbarn. 1978 bauten wir dann unser Brennereigebäude.
Piratenwhisky, Glen Blue und Glen Mouse
Nach dem Start 1983 stellte ich in den ersten fünf Jahren nur sporadisch Whisky her, da Steuern und Kosten des Wareneinsatzes in keinem Verhältnis zu den Einnahmen standen.
Ab 1990 betrieb ich die Sache dann intensiver und die Ausbeute und das Aroma des Whiskys wurden deutlich besser. Wie schon gesagt, betrug der jährliche Branntweinsteuereinsatz 6.000 DM und war sofort zahlbar. Außerdem schätze ich die Ausgaben für den Malz und weiteres Zubehör auf etwa 10 bis 15.000 DM. Dieser jährliche Aufwand musste dann auch mit den üblichen Zinsen vorfinanziert werden. Den Gegenstand „Whisky“ sieht eine Bank als „Luftsicherheit“ und ist daran auch nicht interessiert, weswegen keine Unterstützung seitens der Kreditinstitute zu erwarten war. Ich habe mich deshalb auch nicht gar nicht erst darum bemüht und selbst der Vorstand als neugieriger Schnapsbrenner wusste lange nicht, was ich da machte.
Der andere Teil Bayerns
Durch Internet oder Presse aufmerksam geworden, schrieb uns in dieser Zeit der Angestellte eines großen und sehr bekannten Feinkosthandels mit „Filiale“ im Bundestag in Berlin an. Auf seinen Wunsch hin sendeten wir Muster unserer fünf Sorten.
Nach sechs Wochen Schweigen fragte ich in der Firma nach. Man sei noch beim Verkosten der Proben. Dabei bemängelte man gleich noch die Bezeichnungen. Daraufhin bat ich um Namensvorschläge, da ihnen der Name Fleischmann wohl zu profan sei und ich „nur“ in Eggolsheim/Neuses an der Regnitz wohne und an keinem oberbayerischen Tümpel. Man konnte nicht und teilte mir mit, dass unsere Namen unter ihrem Niveau seien, das heißt, als Deutsches Erzeugnis in den heiligen Hallen des Bundestages nicht glänzend genug wären.
Mit den Mustern hätte ich wohl einem Anderen Gutes getan. So ist das eben. Die Verantwortlichen leiden offensichtlich an einer Art Münchner Höhenkrankheit. Wer daran leidet, begibt sich nicht in die Fränkische Provinz und ist auch nicht heilbar. Wenn diese Personen der englischen Sprache mächtig sind, sollten Sie einmal Fremdetiketten übersetzen.


